LymphNetz Mitteldeutschland e.V.

Menü

Startseite > Allgemein > Lympherkrankungen > Lymphödem

Lymphödem

 

Lymph-Krankheiten

 

Manuelle Lymphdrainage

Üblicherweise ist eine manuelle Lymph­drainage beim reinen Lipödem ohne begleitendes Lymphödem nicht dauerhaft erforderlich, da durch die Kompressions­bestrumpfung bereits eine weitgehende Beschwerde­freiheit erreicht werden kann.

Eine Lymphdrainage hat einen ähnlichen positiven Effekt auf den Gewebsschmerz wie die Kompression, die Wirkung hält allerdings nur kurzfristig an. Daher ist die Bestrumpfung die geeignete und in den meisten Fällen auch ausreichende Dauerbehandlung.

In einigen Fällen wird vor Anpassung der Strümpfe eine kurzfristige Lymph­drainage von den Krankenkassen gefordert, um ein mögliches begleitendes Ödem auszu­streichen und dadurch eine bessere Passform zu erzielen.

 

Hautpflege

Durch das regelmäßige Tragen der Kompressionsstrümpfe kann die Haut nur eingeschränkt der üblichen Regulierung seitens Feuchtigkeit/ Fettgehalt/ Säures­chutz­mantel nach­kommen, weswegen eine zusätzliche Hautpflege mit pH-neutralen Produkte (pH 5) empfohlen wird.

 

Bewegungsübungen

Bewegung lindert die Beschwerden des Lipödems, fördert den Lymphfluss und erleichtert eine Gewichtsreduktion. Die Übungen können idealerweise mit angelegten Kompressionsstrümpfen erfol­gen, alternativ bieten sich Aktivitäten im Wasser an, wo der Wasserdruck die Kompression übernimmt.

 

Schulung

Aufklärung und Schulungen sind wichtig, um das Krankheitsbild kennenzulernen und eine allgemeine Hilfestellung bei der Bewältigung des Alltags, Verbesserung der Lebens­qualität und Möglichkeiten der Eigen­behandlung kennenzulernen. Diese kann von verschiedenen Seiten erfolgen wie Physio­therapeuten/ Sanitätshaus/ Arzt/ Selbsthilfe­gruppen, usw.

 

Ernährung

Die Gewebsvermehrung ist durch diätetische Maßnahmen üblicherweise nicht zu beein­flussen, allerdings kann in einigen Fällen eine deutliche Reduktion des Kohle­hydratanteils der Nahrung (low carb/high fat Ernährung bzw. Ketogene Diät) einen positiven Einfluss auf die Schmerz­haftigkeit haben.

Ein  zusätzliches Übergewicht bzw. starke Gewichtsschwankungen können das Lip­ödem verschlechtern und sollten daher vermieden bzw. verringert werden.

 

Medikamentöse Behandlung

Derzeit ist keine nachgewiesene erfolgreiche medikamentöse Therapie bekannt. Die Einnahme von harn­treibenden Mitteln ist aus Sicht eines Lipödems bzw. Lymphödems nicht hilfreich, möglicherweise sogar von Nachteil

 

Psychische Erkrankungen

Bei Lipödem-Patientinnen sind psychische Belastungen durch die veränderte Körperform/ Selbst­wahrnehmung nicht selten. Depressionen und Essstörungen treten ebenfalls gehäuft auf. In diesem Fall kann eine begleitende psychologische Therapie hilfreich sein.

 

Operative Maßnahmen (Fettabsaugung/Liposuktion)

Oben aufgeführte konservative Behand­lungs­­ansätze zielen in erster Linie auf eine Beschwerdelinderung, was den Schmerz angeht.

Eine relevante Umfangsverminderung des krankhaft veränderten Binde- und Fett­gewebes ist dadurch nicht zu erzielen. Hierfür käme eine Absaugung des überschüssigen Gewebes mittels Liposuktion infrage. Diese ist derzeit keine Leistung der Krankenkasse.

Zusammenfassung:

Das Lipödem-Syndrom ist ein seit langem bekanntes jedoch anfangs vernachlässigtes Krankheitsbild welches in letzter Zeit vermehrte Aufmerksamkeit erfährt.

Ein Lipödem betrifft praktisch ausschließlich Frauen und ist charakterisiert durch eine Vermehrung des Binde- und Fettgewebes mit einer auffälligen Fettverteilung, speziell an Hüfte und Oberschenkeln, ggf. auch Unterschenkeln und Oberarmen (Bauch, Hände und Füße sind nicht betroffen).

Im Gegensatz zu einem reinen Übergewicht bestehen eine Neigung zu Blutergüssen (Hämatomen) sowie eine teils ausgeprägte Druckempfindlichkeit, mitunter auch Schmer­zen bei aktiver Bewegung bzw. in Ruhe.

Häufig besteht parallel ein Übergewicht, dieses sollte unabhängig davon angegangen werden.

Die Behandlung zielt in erster Linie auf die Linderung der Schmerzen ab, diese lassen sich durch eine flachgestrickte Kom­pressions­­­versorgung meist deutlich lindern. Im Gegensatz zu einem Lymphödem ist eine Lymphdrainage nicht dauerhaft erforderlich.


Stand 9.4.2019